Non Volio Itinerar

I. Via Julia - Freilassing-Augsburg


Die Via Julia war eine römische Strasse, die Augsburg mit dem Ostalpenraum verband. Sie führte noch über Salzburg hinaus, doch der Radweg, der heute ihrem Verlauf folgt, ist bis Salzburg ausgeschildert. Angelegt wohl unter Augustus, ist von ihr kein römischer Name erhalten. "Via Julia" ist modernen Ursprungs. Der Radweg ist bis nach Günzburg verlängert worden. (Via Julia bei Wikipedia)

Die römische Straße ist nicht überall sichtbar. Manchmal liegt sie unter einer modernen Bundesstraße, manchmal ist es eine Dorfstraße, manchmal ist es ein Feldweg, ein kiesiger Waldweg, manchmal ist sie einfach nur eine Erhöhung im Acker. Der Radweg hat sich uns so dargestellt, dass er, wenn möglich, der römischen Trasse folgt. Dabei wurde weniger an Fans römischer Straßenbaukunst gedacht, sondern an den Urlaubsradler. Das bedeutet jedoch, dass die Streckenführung solange es geht auf Radwegen bleibt, dann auf Feldwege ausweicht, und z.B. Bundesstraßen und andere stark befahrene Straßen meidet. Das Ergebnis ist ein Zickzack mit höchst unterschiedlicher Oberflächenbeschaffenheit. Abrupt wechseln Schotterwege mit Asphalt ab, einige Waldstrecken sind nicht mit Fahrzeugen befahrbar und dem entsprechend eng.  Rennräder sind auf dieser Strecke völlig ungeeignet. Das gewählte Fahrrad muss Schotter und Waldwege erlauben.

1. Tag.  Anreise
Anreise mit einem IC der Bahn nach Freilassing. Salzburg haben wir uns geschenkt. Ankunft war gegen 18:00, Unterkunft war der Gasthof Rieschen, der zu diesem Zweck sehr zu empfehlen ist und nur einen Kilometer vom Bahnhof nach Norden entfernt liegt.

2. Tag. Freilassing-Rosenheim
Diese Etappe hatte 93 km. Bisweilen hügeliges Gelände und eine - umleitungsbedingt - unerfreuliche Trassenführung in der Anfahrt auf Rosenheim sorgten für ein nicht ganz glückliches Ende der Etappe. Landschaftliche Höhepunkte waren im Chiemseegebiet zu finden, zwischen Traunstein, Chieming und Seebruck. Alles in allem eine schöne Fahrt, das Chiemsee-Gebiet ist sicherlich unschlagbar. Im Ortskern von Seebruck gibt es das einzige Römermuseum an der Strecke. In Seebruck hatten wir auch unsere Mittagspause.

Unsere Strecke war: Freilassing - Traunstein - Chieming - Seebruck - Rosenheim.

3. Tag Rosenheim-Gauting
Diese Etappe hat 83km. Sie beginnt interessant, aber zum Teil auf Schotterwegen, der Mittelteil fährt sich gut, aber dann kommen zwischen Kirchdorf und Peiß unerfreuliche Berge. Die Flachpassagen zwischen Peiß und Grünwald hingegen folgen weitgehend Schotterpisten. Interessant ist folgende Wegführung: Am westlichen Ende der Isarbrücke in Grünwald gehen eine große Straße nach oben sowie der ausgeschilderte steile Schotterweg. Wenn man hingegen nach Süden der Beschilderung zum S-Bahnhof Buchenhain folgt, erreicht man den Hohlweg, in dem die römische Straße aus dem Isartal herausklettert. Dies muß man allerdings schieben.

Unsere Strecke war: Rosenheim - Großkarolinenfeld - Bad Aibling - Mietraching - Weihenlinden - Högling (mit leckerem Bäcker) - Noderwiechs - Kirchdorf - Unteraufham - Feldkirchen - Altenburg - Blindham - Kleinhelfendorf (mit Dorfgaststätte zum Mittagessen) - Peiß - Hofoldinger Forst - Sauerlach - Deisenhofener Forst - Oberhaching - Grünwald - Isarbrücke - Buchenhain - Forstenrieder Park - Buchendorf - Gauting.

4. Tag Gauting-Augsburg
Mit nur 76km ist die kürzeste Etappe der Reise. In diesem Bereich der Via Julia wird die Streckenbeschilderung sehr schlampig. Mehr als einmal mussten wir an Kreuzungen erkennen, dass Schilder fehlen. Da der Weg in den Karten jedoch auf Feldwege führte, wollten wir das Risiko, auf unbeschilderte Feldwege zu fahren, nicht eingehen. Die Karten zeigten auch, dass mehr als einmal sinnlose Umwege gefahren wurden. Der Sinn dürfte jedoch darin bestanden haben, mal wieder in den Wald zu fahren, um einen etwa 1km langen Waldweg zu nutzen, der der alten Römerstrasse folgte, um danach dann wieder irgendwie den Lückenschluss hinzubekommen.

Wir sind in etwa so gefahren: Gauting - Gilching - Schöngeising - Landsberied - Jesenwang - Adelshofen - Purk - Steinbach - Steindorf - Merching - Mering - Lechbrücke - Königsbrunn - Haunstetten - Augsburg Innenstadt - Hbf.

Die Einfahrt nach Augsburg gestaltete sich schwierig. Wir waren um 8:30 in Gauting gestartet und waren bereits gegen 13:00 in Mering, wo wie Schlossschenke ein kohlehydratreiches Mittagessen servierte. Von dort aus folgten wir nicht mehr der Via Julia, sondern kreuzten bei Königsbrunn den Lech, um auf der Via Claudia Augusta nach Augsburg einzufahren. Diese ist heute eine Hauptstrasse und führt direkt in den Hauptbahnhof, von wo die Abreise am Nachmittag wieder mit dem IC erfolgte. Spätabends waren wir zuhause.

Eine insgesamt nette Tour, an drei Tagen locker zu schaffen, je nach Anreiseweg mit der Bahn eine Sache für ein langes Wochenende. Sehr schöne Strecken, Blick auf die Alpen und schmackhafte Mittagessen in den Dorfgasthöfen. Sehr zu empfehlen.

Wir haben hier aus Gründen der Gewichtsersparnis keine Fotos, aber ganz viele Fotos bietet: http://www.hwilhelm.net/latein/via_julia.html

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